Richtig Feedback geben

Ich kann mich noch an eine Situation erinnern, in der eine Dozentin während meiner Ausbildung uns das Prinzip der Sandwich-Kritik vorstellte. Leider fiel ihr Vortrag bei uns nicht auf fruchtbaren Boden: Anstatt ihre Regeln ernst zu nehmen, machten wir uns über die Methode lustig. Feedback hörte sich dann ungefähr so an: „Du bist ein netter Kerl: Dein Text ist vielleicht Mist, aber das macht nichts. Du bist ja noch jung. Und an der Pommes-Bude suchen sie noch einen Verkäufer.“

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Fremdsprachenkenntnisse in der Bewerbung richtig einschätzen – Ergänzung

Personaler sind unterschiedlicher Meinung darüber, wie Fremdsprachenkenntnisse in der Bewerbung richtig eingeschätzt werden können. Der gemeinsame Europäische Referenzrahmen hat sich bislang nicht durchsetzen können.

Tower Bridge

Englisch sollte man in den meisten Berufen können. (Foto: Tower Bridge, London, von M. Schlüter / PIXELIO.de)

Am Freitag hatte ich an dieser Stelle ein Schema vorgestellt, nachdem in Bewerbungsunterlagen Fremdsprachenkenntnisse eingeordnet werden könnten. Ich bezog mich darauf auf ein Gespräch mit dem Karriereexperten Christian Püttjer, der die Empfehlung gab, mit den eigenen Kenntnissen etwas großzügiger zu sein und schon dann von „guten“ Kenntnissen zu sprechen, wenn man radebrechend im Ausland mit der Fremdsprache zurecht kommt.

Ich wurde von Michael Kallweitt in einem Kommentar darauf hingewiesen, dass mit einer solchen Einstufung wohl für viele Bewerber spätestens im Bewerbungsgespräch Schluss sei.

Von einem Bewerber, der „gute“ Kenntnisse einer Sprache haben will, würde ich erwarten, dass er ohne weiteres in der Lage ist, sich in dieser Sprache zu verständigen. Was darunter liegt, kann man als „Grundkenntnisse“ einstufen.

Nach längerem Nachdenken bin ich zu dem Schluss gekommen, dass meine vorherige Darstellung den Sachverhalt wohl doch zu sehr verkürzt war und habe den alten Beitrag vom Blog genommen. Ich möchte mich an dieser Stelle noch einmal für den Hinweis von Michael Kallweitt bedanken, der mich bewogen hat, tiefer in das Thema einzusteigen.

Wie Fremdsprachenkenntnisse in der Bewerbung richtig eingeschätz werden könne, wird von Personalberatern unterschiedlich eingeschätzt. So heißt es bei der DES Beratungsgesellschaft:

Wenn in einer Stellenanzeige verhandlungssichere Englischkenntnisse gefordert sind, dann sollte der Bewerber idealerweise Muttersprachler sein oder bereits einige Zeit im englischsprachigen Ausland gelebt oder gearbeitet haben. Alles andere ist mit „gut“ bis „fließend“ zu bewerten. Eine Fehleinschätzung kann spätestens im Vorstellungsgespräch auffliegen.

Bewerbungstrainerin Elke Zuchowski stellt im Forum www.fernstudium-infos.de folgende Einschätzungstabelle vor:

Bezeichnung: „Ausbaufähig / Grundkenntnisse“
Definition: Hier handelt es sich um Schulkenntnisse, die ausreichen, um sich zum Beispiel im Urlaub zurechtzufinden oder ein kurzes Telefonat zu führen.

Bezeichnung: „Gute Englisch-Kenntnisse“ oder „konversationsfähig“
Definition: Unterhaltungen und Telefonate sind problemlos möglich.

Bezeichnung: „Sehr gute oder fließende Englisch-Kenntnisse“
Definition: Die Teilnahme an fachbezogenen Unterhaltungen und Diskussionen ist problemlos möglich.

Bezeichung: „Verhandlungs- und vertragssicher in Wort und Schrift“
Definition: Diese Definition der Sprachkenntnisse erreicht annähernd das Niveau eines Muttersprachlers.

Und Karriereexperte Gerhard Winkler schreibt auf seinem Portal Joba Nova:

In Wort und Schrift meint sicher, flüssig und fehlerfrei, egal ob Sie präsentieren, mailen, telefonieren oder mit dem Kollegen aus Liverpool die Ente von Lehel versenken. Gute Kenntnisse haben Sie, wenn Sie wohl fleißig gelernt, aber nicht länger aus Deutschland herausgekommen bzw. nicht in die beruflich veranlasste Kommunikation hineingekommen sind. Ausbaufähige Grundkenntnisse oder Schulkenntnisse signalisiert, dass man’s nicht kann, aber bereit ist zu büffeln, sofern es der Arbeitgeber verlangt. Fachsprachensicher hieß früher, dass man die fachliche Diskussion verfolgen konnte – heutzutage haben Sie mitzureden.

Im Wesentlichen folgen diese Einschätzungen der Bewerbungspraxis in Deutschland. Fix definierte Regeln gibt es nicht. Zwar wurde auf Anregung des Europarates ein Gemeinsamer Europäischer Referenzrahmen entwickelt, um für das Fremdsprachenlernen eine größere Einheit und Transparenz unter den europäischen Mitgliedstaaten zu erreichen.

Bislang hat sich das Bewertungssystem mit den sechs Niveaus von A1 (Anfänger), A2, B1, B2, C1 bis C2 (mit Muttersprachler vergleichbare Sprachkompetenz) in der deutschen Bewerbungspraxis noch nicht durchgesetzt. Wie Michael Kallweit jedoch zutreffend bemerkte:

Wer nach einem objektiven Schema zur Bewertung von Sprachkenntnissen sucht, wird eher beim Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen ein geeignetes Instrument finden.

Grundsätzlich sei an dieser Stelle bemerkt, dass es ohnehin einen Unterschied macht, auf welche Stelle man sich bewirbt und dementsprechend Fähigkeiten unterschiedlich eingeordnet werden. Wer sich also auf eine Stelle in einer internationalen Wirtschaftskanzlei mit guten Englischkenntnissen bewirbt, sollte sich darüber klar sein, dass er mit seinem Ferien-Englisch nicht sehr weit kommen wird. Diese Erwartungshaltung des Arbeitgebers sollte nicht enttäuscht werden. (ftx)

Der Chef will’s wissen (oder: „Erzählen sie mal was von sich“)

„Erzählen sie mal was von sich“, sagt der Chef. Konkreter wird es nicht, originell schon gar nicht. Und der Bewerber fragt sich: „Hat der nicht meinen Lebenslauf gelesen?“ Leider lautet die Antwort meistens: Nein. Zumindest nicht von vorne bis zum Schluss. Häufig passiert es, dass derjenige, der das Bewerbungsgespräch führt, schlicht unvorbereitet ist. Und sich selbst fragt, was ihm der Bewerber heute bieten kann. Ein Bedürfnis, mit interessanteren Fragen auch interessante Antworten zu bekommen, besteht nicht.

Hochpsychologisch Techniken werden im Bewerbungsgespräch in den meisten Fällen ohnehin nicht angewendet – entgegen den Beteuerungen mancher Karriereberater. Wer ein kleines oder mittelständisches Unternehmen führt, hat kaum Zeit, sich mit solchen Dingen zu beschäftigen. Es geht dann nur um eins: Schafft es der Bewerber, bei seinen Erzählungen das Interesse des Gegenüber zu fesseln? Klar zu machen, dass das, was man gelernt und gearbeitet hat, auch in der neuen Firma hilfreich ist? Der Ball ist, wie man so sagt, auf der Seite des Bewerbers. Auch wenn’s manchmal ärgerlich ist.

Schwachleister, Low Performer und wer sonst noch stört

In den Zeiten der Krise machen sich immer mehr Unternehmen Gedanken darüber, wie sie in Zukunft mit schwächeren Mitarbeitern umgehen wollen. Oft wählen sie dabei den vermeintlich einfachsten Weg: Sie schmeißen die schlechtesten raus.

Es weht ein rauer Wind in den Büros und Werkstätten der Republik. Ich wurde inzwischen von einigen Freunden und Bekannten darauf aufmerksam gemacht, dass einige Unternehmen jeden Mitarbeiter auf dem Prüfstand stellen. Die Schwächsten müssen sich dann im nächsten Jahr einen neuen Arbeitgeber suchen. Gerade in Werbeagenturen scheint der stetige Wechsel Programm zu sein. „Die Agentur braucht frisches Blut“, heißt es dann. Aber auch Beratungsfirmen pflegen intern einen gewissen Darwinismus. „Low Performer“, wie es in der Management-Sprache heißt, haben bei ihnen nichts verloren. Sogar von Quoten habe ich inzwischen wieder gehört, nach denen etwa die schlechtesten zehn Prozent jedes Jahr abgebaut werden sollen. Den ehemaligen Infineon-Chef Ulrich Schumacher hatte 2003 eine solche öffentliche Forderung selbst den Job gekostet. Heute scheint sie zumindest unter Hand wieder salonfähig zu sein.

Interessant nur, dass diese Haltung, mit der Chefs nach außen hin den „harten Hund“ geben wollen, von wirklichen Management-Profis kaum noch vertreten wird. Denn oft sitzt einfach nur der richtige Mann/Frau am falschen Ort. Es ist Aufgabe des Managements, frühzeitig zu erkennen, ob es bei einem der Mitarbeiter hakt und woran es liegen könnte. Doch die dafür erforderliche Zeit mögen viele nicht investieren. Die direkte Konfrontation wird gescheut, die eigentliche Führungsarbeit verweigert. Und wenn es dann zu spät ist, ist die Kündigung nur recht und billig. Das nenn ich low performed.

Links für die Diskussion:

Manager knöpfen sich Low Performer vor, Handelsblatt, 6.2.2009

Low Performer – Manager machen es sich mit Minderleistern zu einfach, Karrierebibel Gastbeitrag, 6.12.2008

Wem gehört das Bild, wem gehört der Text

Für Selbstständige, insbesondere in der Kreativbranche, ist es unerlässlich, sich mit den Rechten rund um ihr Werk auseinander zu setzen. Da es sich bei den Bildern, Texten, Videos, Grafiken, Computerprogrammen um die Ware handelt, mit denen selbstständige Kreative ihren Lebensunterhalt verdienen müssen, kann ein laxer Umgang mit dem Thema dazu führen, dass der eigentliche Beruf nicht mehr kostendeckend ausgeübt werden kann. Ich werde in den folgenden Artikeln Tipps und Hinweise auf gute Informationsquellen geben, die Urhebern dabei helfen sollen, ihre Rechte wahrzunehmen. Denn so viel auch über Kopierschutz und Verwertungsrechte gemeckert wird, für Selbstständige, die von ihren Werken leben müssen, sind sie ein wahrer Segen.

Top 10: Menschen, die ihren Beruf lieben…

…und dennoch zu ihrer Tätigkeit eine ambivalente Haltung einnehmen. Vielleicht gehören Sie ja zur folgenden Gruppe:

1. Geschichtsprofessoren, die das Ende der Geschichte ankündigen
2. Köche, die am liebsten Fertigpizzen essen
3. Marketingchefs, die keine Werbeanrufe annehmen
4. Journalisten, die keine Interviews geben
5.  Berufsberater mit befristetem Vertrag
6. Finanzminister, die Steuern hinterziehen
7. Schwimmer, die Angst vor tiefem Wasser haben
8. Biobauern, die mit ihrem 20 Jahre alten Bulli Urlaub an der Adria machen
9. Psychologen, die an ihrem Selbstbild zweifeln
10. Ärzte mit starkem Raucherhusten

Marke Geistesblitz

Um Kreativität und Innovation ranken sich zahlreiche Legenden. Steve Jobs, Gründer und Chef des Apple-Konzerns erzählt gerne davon, wie er nach dem Abbruch seines Studiums mit Kalligrafiekursen begann. Hier wurde ihm ein Gespür für Klarheit und Schönheit vermittelt, das ihn Jahre später zum spezifischen Apple-Design inspiriert. Auf der Habenseite der Innovation verbucht der Apple-Konzern inzwischen die Revolution des Heimcomputers (Macintosh), der digitalen Musikindustrie (iPod und iTunes) und der mobilen Kommunikation (iPhone). Nur Zufall? Es scheint, als habe Apple Mittel und Wege entdeckt, kreative Lösungen für Produkte bewusst herbeiführen zu können.

Ideen mit Ansage

„Deutschland, Land der Ideen“ ist eine bekannte Werbeaktion. Erfolgreiche Unternehmen mit herausragenden Erfindungen aus Deutschland sollen das Image des Landes im In- und Ausland prägen.  Wettbewerbsfähig durch Innovation, so ist die Botschaft. Doch woher kommen sie, die guten Ideen, die herausragenden Konzepte, die kreativen Lösungen? Welche Wege beschreiten Unternehmen, um die nächste Erfindung nicht dem Zufall zu überlassen? Welche Techniken wenden Sie an, um die Kreativität ihrer Mitarbeiter anzuregen? Ich bin auf der Suche.