Warum man seiner Geschäftsidee Raum zum Atmen lassen sollte

Detroit in Lego

1 Stein, 1000 Möglichkeiten: Detroit als Legomodell (Foto: Slambo 42)

Mit einem Freund hatte ich eine Diskussion über ein mögliches Magazinprojekt. Er fragte mich, ob ich denn auch an das dazugehörige Onlinekonzept gedacht hätte. Ich sagte ihm, dass mir da schon was einfallen würde, wenn ich erst einmal den Businessplan für das Magazin erstellt hätte. Und ohnehin gebe es ja kaum realistische Geschäftsmodelle fürs Internet, fügte ich etwas ideenlos hinzu. Schließlich hatte ich ja mein fertiges Produkt im Kopf. Für etwas anderes hatte ich da keine Gedanken übrig. Wahrscheinlich ist das ein Fehler, den viele angehende Gründer machen.

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Wie Businessplan-Wettbewerbe die Unternehmensgründung erleichtern

Nicht nur heiße Luft: Die Businessplan Wettbewerb Berlin Brandenburg hilft dabei, Gedanken zu sortieren. Damit einer Gründung nicht nach wenigen Tagen die Luft ausgeht.

Hai oder Doktorfisch: Das richtige Gründungskonzept ist entscheidend. (Foto: Andreas Zöllick / PIXELIO.de)

Hai oder Doktorfisch: Das richtige Gründungskonzept ist entscheidend. (Fotos: Andreas Zöllick / PIXELIO.de)

Ein Freund von mir ist gerade dabei, ein kleines Unternehmen zu gründen. Etwas mit Medien, ein neues Magazin, er hat mir seine Idee erläutert und ich finde sie ganz überzeugend. Er nimmt an einem Businessplan-Wettbewerb teil, dem Berlin-Brandenburger. Eigentlich hatte ich immer etwas an diesen Wettbewerben gezweifelt, schließlich muss sich doch eine Idee in der Realität beweisen. Und nicht auf einem Stück Papier. In diesem Sinne glaubte ich an den „wahren Gründergeist“: Taten sprechen lassen, statt Worte.

Doch er hat mich überzeugt. Und ein Blick auf die Seiten des BPW 2009 bestätigt es: Wer hier mitmacht, hat deutlich bessere Chancen, mit seiner Gründung erfolgreich zu sein. „Da muss man auch mal konkret werden und ganz klar sagen, wie hoch die Auflage sein soll, wie viel man ausgeben will, was man für ein Konzept hat. Das hilft, um sich klar zu werden, was man eigentlich will“, sagt mein Freund. Der Wettbewerb selbst steht für ihn erst an zweiter Stelle. Eher geht es um den Weg dahin – wie es häufig der Fall ist.

Über den Wettbewerb lernt man andere Gründer kennen, mit denen man sich über Probleme austauschen kann. Seminare zu typischen Gründungsfragen werden abgehalten, persönliche Coachings durch Rechtsanwälte und Unternehmensberater. Das kann man alles sehr gut in der Broschüre zum Wettbewerb nachlesen.

Ein großer Vorteil: Wer während des Wettbewerbs einen vollständigen Businessplan erstellt, hat es nachher bei den Förderbanken leichter. So gehört die Investitionsbank Berlin (IBB) und die Investitionsbank des Landes Brandenburg (ILB) zu den Partnern des BPW. Der Kontakt zu Finanziers wird über die Institution des Finanzforums erleichtert, auf dem Gründer ihre Ideen möglichen Investoren vorstellen können.

Doch auch sonst finden sich auf den Seiten des BPW zahlreiche Informationen, mit denen man eine ganz gute Basis für weitere Recherchen für den Weg in die Selbstständigkeit legen kann. „Und wenn ich gewinne, freue ich mich natürlich auch“, sagt mein Freund. Schon jetzt hat er unglaublich viel gelernt. Denn an Ideen zu arbeiten, an einem Gründungskonzept zu feilen, Konzepte durchzurechnen, das heißt nicht, heiße Luft zu quatschen. Sondern ist der erste Schritt auf dem Weg, eine Idee wahr werden zu lassen. (ftx)

In sechs Schritten kreativ

Die HPI School of Design Thinking aus Potsdam, bei der ich am vergangenen Freitag zu Gast war, schult ihre Studenten darin, bei jedem kreativen Prozess in sechs Schritten vorzugehen:

1. Verstehen
2. Beobachten
3. Standpunkt definieren
4. Erfinden
5. Prototypen herstellen
6. Testen

Interessant ist daran, dass der eigentliche Prozess des Erfindens im Modell der Schule nur sehr wenig Zeit in Anspruch nimmt. Bei manchen Projekten haben die Studenten lediglich 30 Minuten. Doch mit der richtigen Vorbereitung können in einem Team von drei bis vier fachlich hoch kompetenten Studenten die Ideen nur so sprudeln. Ob’s funktioniert, ist erst einmal egal. Beim Brainstorming gehört die innere Zensur abgeschaltet.

Ob die Techniken der Schule tatsächlich funktionieren, kann man sich ab dem 3. März auf der Cebit in Hannover anschauen. In Halle 9 können Gäste unter dem Motto „Innovation lernen – Ideenwelten öffnen“ selbst mitmachen