Neues Mittelstandsportal „Zukunft im Mittelstand“

Wer einschätzen kann, wie die Welt in Zukunft aussehen wird, hat einen klaren Vorteil. Nicht umsonst beauftragen große Unternehmen regelmäßig Agenturen und Institute damit, ein Bild der Märkte von Morgen zu entwerfen. Wer weiß, was der Käufer der Zukunft will, kann schon heute mit dem Entwickeln anfangen. Nun soll ein neues Internetportal Kleinunternehmen und Mittelständlern verschiedene Methoden für realistische Zukunftsprognosen bieten.

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Die unternehmerfreundlichsten Städte Europas – München auf dem 3. Platz

Wie zufrieden sind europäische Unternehmer und Gründer mit ihrem Standort? Diese Frage stand im Vordergrund beim aktuellen European Cities Entrepreneurship Ranking (ECER).

ECER Ranking

ECER Ranking

Hinter dieser Studie stehen unter anderem die Europäische Kommission, das europäische Städtenetzwerk Eurocities und die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD).

Befragt wurden 2400 Unternehmer aus 37 Großstädten in 19 europäischen Ländern, die sich in den Jahren 2004 und 2005 mit einer eigenen Firma selbstständig gemacht haben.

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Existenzgründungsportal des Bundes erhält von Stiftung Warentest ein „sehr gut“

Das Gründungsportal des Bundes www.existenzgruender.de hat bei einem Test der Stiftung Warentest von 14 verschiedenen Portalen am besten abgeschnitten. Den Testern hat besonders die Breite und Qualität der Informationen zugesagt. Bislang habe ich mich vor allem auf die Informationsbroschüren des Businessplan Wettbewerbs Berlin-Brandenburg und die Infos der Gründungswerkstatt Hannover gestützt. Heute habe ich mir über http://www.existenzgründer.de mal das Dossier „Starthilfe“ bestellt. Das kann man auch online runterladen, aber so ein 150seitiges PDF am Bildschirm zu lesen, war mir dann doch zu mühselig. Ansonsten muss ich wirklich sagen, dass ich ganz angetan von der Internetseite war, die im Übrigen einen sehr aufgeräumten eindruckt macht. Was man von anderen Portalen dieser Art nicht immer sagen kann. (ftx)

Wie man den richtigen Preis für seine Arbeit festlegt

Ich habe einen neuen Kunden. Er ist ein Kontakt, der mir über eine Bekannte vermittelt worden ist. Der Kunde hat bei mir einen Text bestellt. Wie der Preis zustande kam, den ich genommen habe? Er hat ihn mir gesagt.

Diskussion am Weinberg (Foto: Helmut J. Salzer / PIXELIO.de)

Verhandlung am Weinberg (Foto: Helmut J. Salzer / PIXELIO.de)

Nach so einem Erlebnis fühlt man sich immer reichlich doof. Schließlich geht man ja auch nicht zum Bäcker, drückt ihm einen Euro in die Hand, nimmt sich darauf hin so viele Brötchen mit wie man tragen kann und noch ein Erdbeertörtchen oben drauf und sagt „Stimmt so!“

Doch vielen Gründern und jungen Selbstständigen in einem Dienstleistungsjob fehlt schlicht die Sicherheit festzulegen: „Das ist mein Preis. So viel ist meine Arbeit wert.“ Das geht mir selbst nach drei Jahren Selbstständigkeit so. Erst recht, wenn man den neuen Kunden nicht vergraulen möchte. Und dennoch weiß ich, dass ich damit völlig falsch liege.

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Wie Zeitungsverlage das Urheberrecht verteidigen – Und es selbst nicht immer ernst nehmen

In der derzeitigen Debatte um das Urheberrecht finde ich es gerade sehr spannend, wie sich viele deutsche Zeitungsverlage als Verteidiger des geschützten Werkes darstellen. Nicht immer zu Recht.

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Zeit für Projektarbeit

Ergänzung zu „Ein paar Gründe, weshalb die Krise auch eine Chance sein kann“:

Eine weitere Chance der Wirtschaftskrise für Freiberufler und Selbstständige kann darin bestehen, wieder mehr Freiraum für eigene Projekte zu haben. Dadurch, dass man weniger im Tagesgeschäft eingespannt ist (was derzeit vielen so geht), bleibt mehr Zeit, die Vorzüge der Projektarbeit zu nutzen und gemeinsam etwas auf die Beine zu stellen. Das schöne an den guten Ideen ist doch, dass sie als Ressource quasi unerschöpflich sind. Also: An der Idee arbeiten, Team zusammenstellen, und los geht’s! Dafür braucht man zu Beginn nicht einmal Startkapital. (ftx)

Urheberrecht V: Nutzungsrechte

Wer mit seinem Werk als Urheber Geld verdienen will, muss immer zuerst an die Nutzungsrechte denken. In der Regel sind gerade sie es, die Verlage, Agenturen und sonstige Kunden dazu bewegen, für ein Werk Geld zu bezahlen.

Am Anfang war das Manusskript: Bücherverkauf auf dem Flohmarkt (Foto: Gerd Altmann / PIXELIO.de)

Am Anfang war das Manuskript: Bücherverkauf auf dem Flohmarkt (Foto: Gerd Altmann / PIXELIO.de)

Denn ein Buchmanuskript, einen Bauplan oder ein Foto sein Eigen zu nennen, ist in den meisten Fällen für den Käufer witzlos. Schließlich geht es doch meistens darum, das Buch zu veröffentlichen, das Haus zu bauen oder mit dem Foto eine Reportage in einem Magazin zu bebildern. Dafür braucht der Käufer allerdings das Nutzungsrecht, was nicht automatisch mit dem Eigentum übertragen wird, wie aus § 44 Abs. 1 UrhG hervorgeht.

Gerade Fotografen müssen sich immer wieder mit diesem Missverständnis auseinander setzen. Kunden, die Abzüge von Bildern erhalten, denken häufig, dass sie diese auch auf ihre Homepage stellen können. Ohne Nutzungsrecht haben sie dazu jedoch keine Erlaubnis. Ein solcher Fehler unterläuft nicht nur Privatpersonen. Auch Firmenkunden gehen oft sehr unbedarft mit Nutzungsrechten um.

Welche Nutzungsrechte übertragen werden, ist im Vertrag zu klären. Das können eine ganze Menge sein: Bei Artikeln geht es zum Beispiel um das Recht zur Veröffentlichung in der Zeitung, zur Veröffentlichung im Internet, zu Werbezwecken, zum Weiterverkauf an einen Mediendienst (z.B. Genios), zur Veröffentlichung in einem Buch, etc. Die meisten Verlage gehen wie selbstverständlich davon aus, dass all diese Rechte ganz automatisch ohne weitere Vereinbarungen auf sie übergehen, sobald der Text geliefert wurde (eine interessante Zusammenstellung der derzeitigen Praktiken kann bei Freischreiber – Verband für Freie Journalisten nachgelesen werden).

Grundsätzlich müssen die übertragenen Nutzungsrechte ausdrücklich benannt werden. Bei Anwalt.de heißt es:

Ansonsten ist der Vertrag so auszulegen, dass nur soweit Rechte eingeräumt werden, wie dies zur Erreichung des konkret vereinbarten Vertragszwecks erforderlich ist. Diese so genannte „Zweckübertragungslehre“ gilt nicht nur für die Frage, welche Rechte übertragen werden, sondern beantwortet auch, ob überhaupt Nutzungsrechte übertragen wurden, ob sie einfach oder ausschließlich gelten sollen und wie weitreichend diese Rechte sind (§ 31 Absatz 5 UrhG).

Es gibt also einen rechtlichen Spielraum, der eventuell zu Ungunsten des Urhebers ausgelegt werden könnte. Ich denke, dass es insoweit empfehlenswert ist, ganz klar in einen Vertrag hineinzuschreiben, welche Nutzungen noch erlaubt sind und bei welchen Nutzungen der Spaß aufhört. Ebenso muss klar festgestellt werden, ob das einfache oder das ausschließliche Nutzungsrecht eingeräumt wird. Über das ausschließliche Nutzungsrecht wird Exklusivität gewährleistet. Nur der Inhaber darf das Werk für sich nutzen. Verstärkt wird dieses Recht, wenn es zeitlich und räumlich unbeschränkt eingeräumt wird. In diesem Sinne kann man fast eine Hierarchie der Nutzungsrechte aufstellen:

  1. Das zeitlich und räumlich unbeschränkte ausschließliche Nutzungsrecht
  2. Das ausschließliche Nutzungsrecht
  3. Das zeitlich und räumlich unbeschränkte einfache Nutzungsrecht
  4. Das einfache Nutzungsrecht

Beispiele finden sich hierfür bei DesignerDock. Es sollte jeder Urheber zumindest in der Theorie bedenken, dass der Preis für sein Werk sich auch danach richten sollte, wie weit das veräußerte Nutzungsrecht reicht. Je mehr Rechte eingeräumt werden, desto teurer sollte das Werk verkauft werden. Schließlich verschließt sich der Urheber mit dem unbeschränkten ausschließlichen Nutzungsrecht die Möglichkeit, durch eine weitere Veräußerung Geld zu verdienen. Diese und ähnliche Hinweise zu Nutzungsrechten finden sich übrigens auch sehr schön übersichtlich beim Ratgeber Freie von Goetz Buchholz und Ver.di. (ftx)

Intelligente Schwärme

Das nächste große Ding (um es mit Holm Friebe und Kathrin Passig zu sagen) hat es jetzt auch ins Establishment geschafft: Projektwirtschaft. Die Deutsche Bank räumt dieser Wirtschaftsform einen Anteil an der gesamten deutschen Wertschöpfung von rund 15 Prozent im Jahr 2020 ein. Und widmet ihr ein halbes Dutzend Seiten im Zukunftsbericht „Die Wirtschaft Deutschlands 2020“. Projektwirtschaft definiert das Unternehmen als „kooperative Wertschöpfung in organisatorisch und rechtlich eigenständigen, temporären Projekten.“ Zusammenarbeit von Spezialisten auf Zeit.

Aus dem Bericht:

– In der Projektwirtschaft bringt jeder einen Teil des Puzzles ein
– Projektwirtschaft fördert Geschwindigkeit und Flexibilität, weil Projektgesellschaften nur so lange wie nötig existieren
– Projektwirtschaft ermöglicht die Diversifikation von Risiken, weil Unternehmen „ihre (Projekt-)Eier in mehrere Körbe legen“ können
– Projektwirtschaft fördert Innovation wegen immer neuer Teams

Das hört sich stark nach „Wir nennen es Arbeit“ an, dem Freiberufler Manifest von Holm Friebe und Sascha Lobo. Und wer weiß: Vielleicht sitzt der eine oder andere Banker ja auch am Mittwochvormittag im Sankt Oberholz, versonnen auf sein McBook starrend, vielleicht an einem Espresso nippend, und träumt verschämt von einer Existenz als Selbstständiger.

Wem gehört das Bild, wem gehört der Text

Für Selbstständige, insbesondere in der Kreativbranche, ist es unerlässlich, sich mit den Rechten rund um ihr Werk auseinander zu setzen. Da es sich bei den Bildern, Texten, Videos, Grafiken, Computerprogrammen um die Ware handelt, mit denen selbstständige Kreative ihren Lebensunterhalt verdienen müssen, kann ein laxer Umgang mit dem Thema dazu führen, dass der eigentliche Beruf nicht mehr kostendeckend ausgeübt werden kann. Ich werde in den folgenden Artikeln Tipps und Hinweise auf gute Informationsquellen geben, die Urhebern dabei helfen sollen, ihre Rechte wahrzunehmen. Denn so viel auch über Kopierschutz und Verwertungsrechte gemeckert wird, für Selbstständige, die von ihren Werken leben müssen, sind sie ein wahrer Segen.