Lehrstellensuche per Video

Videobewerbung für Lehrstellen

Videobewerbung für Lehrstellen bei der Jugendperspektive Hannover

Jetzt haben auch die Jobcenter das Thema „Bewerben per Video“ aufgegriffen. Mit der Internetseite Jugendperspektive Hannover soll die Suche nach einer Lehrstelle leichter gemacht werden. Die Bewerber stellen sich in kurzen Video kurz vor, nennen ihre Motivation für einen Beruf, ihre Vorkenntnisse, persönliche Eigenschaften und Hobbys. Zusätzlich ist der Lebenslauf im Internet für jeden einsehbar. Damit die Sache für die Bewerber nicht peinlich wird, wählt das Jobcenter die geeignetsten Kandidaten aus und spendiert ihnen professionelle Videoaufnahmen. Ob die Profile tatsächlich auch bei Arbeitgebern Beachtung finden, muss sich nun zeigen. (ftx)

Chancen mit dem Hauptschulabschluss II

Jedes Jahr wieder schreibt die Bundesdruckerei Stellen für Ausbildungsplätze zum Beruf des Druckers aus. Voraussetzung ist laut Stellenbeschreibung der Qualifizierte Hauptschulabschluss. In einem Gespräch stellte sich heraus, dass die Bundesdruckerei seit 2001 keinen Hauptschüler mehr eingestellt hat.

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Chancen mit dem Hauptschulabschluss

Für einen Artikel zum Thema „Chancen mit dem Hauptschulabschluss“ habe ich mir Ausbildungsangebote der IHK und der Handwerkskammer in Berlin angeschaut. Die Bilanz war ernüchternd: Von rund 30 Angeboten, die ich zufällig ausgewählt habe, ließen nur drei einen Hauptschulabschluss als Qualifikation gelten. Alle anderen setzten mindestens den Realschulabschluss voraus.

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Fremdsprachenkenntnisse in der Bewerbung richtig einschätzen – Ergänzung

Personaler sind unterschiedlicher Meinung darüber, wie Fremdsprachenkenntnisse in der Bewerbung richtig eingeschätzt werden können. Der gemeinsame Europäische Referenzrahmen hat sich bislang nicht durchsetzen können.

Tower Bridge

Englisch sollte man in den meisten Berufen können. (Foto: Tower Bridge, London, von M. Schlüter / PIXELIO.de)

Am Freitag hatte ich an dieser Stelle ein Schema vorgestellt, nachdem in Bewerbungsunterlagen Fremdsprachenkenntnisse eingeordnet werden könnten. Ich bezog mich darauf auf ein Gespräch mit dem Karriereexperten Christian Püttjer, der die Empfehlung gab, mit den eigenen Kenntnissen etwas großzügiger zu sein und schon dann von „guten“ Kenntnissen zu sprechen, wenn man radebrechend im Ausland mit der Fremdsprache zurecht kommt.

Ich wurde von Michael Kallweitt in einem Kommentar darauf hingewiesen, dass mit einer solchen Einstufung wohl für viele Bewerber spätestens im Bewerbungsgespräch Schluss sei.

Von einem Bewerber, der „gute“ Kenntnisse einer Sprache haben will, würde ich erwarten, dass er ohne weiteres in der Lage ist, sich in dieser Sprache zu verständigen. Was darunter liegt, kann man als „Grundkenntnisse“ einstufen.

Nach längerem Nachdenken bin ich zu dem Schluss gekommen, dass meine vorherige Darstellung den Sachverhalt wohl doch zu sehr verkürzt war und habe den alten Beitrag vom Blog genommen. Ich möchte mich an dieser Stelle noch einmal für den Hinweis von Michael Kallweitt bedanken, der mich bewogen hat, tiefer in das Thema einzusteigen.

Wie Fremdsprachenkenntnisse in der Bewerbung richtig eingeschätz werden könne, wird von Personalberatern unterschiedlich eingeschätzt. So heißt es bei der DES Beratungsgesellschaft:

Wenn in einer Stellenanzeige verhandlungssichere Englischkenntnisse gefordert sind, dann sollte der Bewerber idealerweise Muttersprachler sein oder bereits einige Zeit im englischsprachigen Ausland gelebt oder gearbeitet haben. Alles andere ist mit „gut“ bis „fließend“ zu bewerten. Eine Fehleinschätzung kann spätestens im Vorstellungsgespräch auffliegen.

Bewerbungstrainerin Elke Zuchowski stellt im Forum www.fernstudium-infos.de folgende Einschätzungstabelle vor:

Bezeichnung: „Ausbaufähig / Grundkenntnisse“
Definition: Hier handelt es sich um Schulkenntnisse, die ausreichen, um sich zum Beispiel im Urlaub zurechtzufinden oder ein kurzes Telefonat zu führen.

Bezeichnung: „Gute Englisch-Kenntnisse“ oder „konversationsfähig“
Definition: Unterhaltungen und Telefonate sind problemlos möglich.

Bezeichnung: „Sehr gute oder fließende Englisch-Kenntnisse“
Definition: Die Teilnahme an fachbezogenen Unterhaltungen und Diskussionen ist problemlos möglich.

Bezeichung: „Verhandlungs- und vertragssicher in Wort und Schrift“
Definition: Diese Definition der Sprachkenntnisse erreicht annähernd das Niveau eines Muttersprachlers.

Und Karriereexperte Gerhard Winkler schreibt auf seinem Portal Joba Nova:

In Wort und Schrift meint sicher, flüssig und fehlerfrei, egal ob Sie präsentieren, mailen, telefonieren oder mit dem Kollegen aus Liverpool die Ente von Lehel versenken. Gute Kenntnisse haben Sie, wenn Sie wohl fleißig gelernt, aber nicht länger aus Deutschland herausgekommen bzw. nicht in die beruflich veranlasste Kommunikation hineingekommen sind. Ausbaufähige Grundkenntnisse oder Schulkenntnisse signalisiert, dass man’s nicht kann, aber bereit ist zu büffeln, sofern es der Arbeitgeber verlangt. Fachsprachensicher hieß früher, dass man die fachliche Diskussion verfolgen konnte – heutzutage haben Sie mitzureden.

Im Wesentlichen folgen diese Einschätzungen der Bewerbungspraxis in Deutschland. Fix definierte Regeln gibt es nicht. Zwar wurde auf Anregung des Europarates ein Gemeinsamer Europäischer Referenzrahmen entwickelt, um für das Fremdsprachenlernen eine größere Einheit und Transparenz unter den europäischen Mitgliedstaaten zu erreichen.

Bislang hat sich das Bewertungssystem mit den sechs Niveaus von A1 (Anfänger), A2, B1, B2, C1 bis C2 (mit Muttersprachler vergleichbare Sprachkompetenz) in der deutschen Bewerbungspraxis noch nicht durchgesetzt. Wie Michael Kallweit jedoch zutreffend bemerkte:

Wer nach einem objektiven Schema zur Bewertung von Sprachkenntnissen sucht, wird eher beim Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen ein geeignetes Instrument finden.

Grundsätzlich sei an dieser Stelle bemerkt, dass es ohnehin einen Unterschied macht, auf welche Stelle man sich bewirbt und dementsprechend Fähigkeiten unterschiedlich eingeordnet werden. Wer sich also auf eine Stelle in einer internationalen Wirtschaftskanzlei mit guten Englischkenntnissen bewirbt, sollte sich darüber klar sein, dass er mit seinem Ferien-Englisch nicht sehr weit kommen wird. Diese Erwartungshaltung des Arbeitgebers sollte nicht enttäuscht werden. (ftx)

Reden ist Silber, Schreiben ist Gold

Ich lese derzeit für eine Rezension das Buch „Wer reden kann, macht Eindruck. Wer schreiben kann, macht Karriere.“ Zugegeben, das ist schon eine sehr steile These.

Schließlich kenne ich genügend Redaktionsleiter und Chefredakteure, deren Emails sich lesen, wie schlechte SMS (Ihrer Karriere hat es anscheinend nicht geschadet). Doch grundsätzlich finde ich den Ansatz der Autorin Ulrike Scheuermann interessant, sich wieder mehr Mühe mit dem Schreiben zu geben. Abhängig von der jeweiligen Position verbringt man bis zu 50 Prozent seiner Arbeitszeit mit dem Verfassen von Texten. Und dafür muss man kein Journalist sein. Exposés, Zwischengutachten, Abschlussberichte prägen das Arbeitsleben.

Ich habe mich heute morgen mit Frau Scheuermann unterhalten. „Jedem ist klar, dass man gut präsentieren können muss, um im Beruf erfolgreich zu sein“, sagt die Karriereexpertin. Reden sollte man im Job schön können und entsprechend trainieren. „Texten hingegen wird weniger Aufmerksamkeit entgegengebracht. Sehr viele werden zwischen zwei Anrufen und einem Meeting erledigt.“ Ein wesentlicher Fehler: Denken in Powerpoint. Gut, das ist vom Prinzip her nichts neues – dass Powerpoint die Präsentationskultur kaputt gemacht hat, ist ein beliebtes Thema für Zivilisationskritiker. Und doch ist es meiner Ansicht nach wichtig, sich darüber klar zu werden, wann mit Aufzählungen und Listen gearbeitet werden sollte, und wann ein ausgeschriebener Text sinnvoller ist.

Ein Negativbeispiel, das Ulrike Scheuermann in ihrem Buch analysiert (Präsention für den Aufbau eines Firmennetzwerkes), das aus folgendem Text besteht:

  • Netzwerkidentität aufbauen
  • Potenziale erleben
  • Gegenseitigkeitsprinzip
  • Vertrauen als Grundvoraussetzung
  • Netzwerkmanagement im Hintergrund
  • Kontrolle
  • Konfliktbearbeitung

Allein für sich bedeuten diese Begriffe noch gar nichts. Es stellen sich folgende Fragen:

  • Wie soll die neue Identität aufgebaut werden
  • Was heißt „Potenziale erleben“?
  • Wie soll die Kontrolle aussehen?
  • Was soll überhaupt mit dem Text erreicht werden?

Zu häufig gibt sich der Schreibende mit Floskeln zufrieden. Wer sich dafür interessiert, wie man’s wirklich besser machen kann, dem kann ich tatsächlich das Buch empfehlen. Es jedoch zu haben, heißt noch nicht, es auch zu nutzen. Das ist das wesentliche Problem: Für’s Schreiben muss man sich Zeit nehmen. Für’s Schreibenlernen erst recht. (ftx)

Jobsuche mit Xing

Schon vor meiner derzeitigen Recherche war mir Xing natürlich als Portal bekannt. Doch wie man die vielen Funktionen tatsächlich nutzen kann, um einen neuen Job zu finden, ist mir erst durch ein Gespräch mit Joachim Rumohr für meinen Artikel klar geworden. Allein die Möglichkeit, Kontakte meiner Kontakte nach bestimmten Stichworten zu durchsuchen, hat mich doch verblüfft (bin ja auch Web 2.0 Anfänger). Ist eben ein Unterschied, einfach nur mitzumachen oder so ein Portal auch wirklich aktiv zu nutzen. Das kostet allerdings auch: Die meisten Funktionen stehen nur den Premium-Mitgliedern offen.

Aus dem Job getwitter II

Und hier ein weiteres Beispiel, wie man Twitter NICHT nutzen sollte. Der amerikanische Blogger Hutch Carpenter hat es entdeckt. Es äußert sich ein Twitterer darüber, dass er eigentlich den Job hasst, auf den er sich gerade beworben hat. Das blieb nicht unbemerkt…

Es bestätigt ein weiteres Mal meine These, dass viele Menschen keine Vorstellung von den Begriffen „Privat“ und „Öffentlich“ haben.