Manager sollten Jazz hören

Jazz als Management-Methode: Der Unternehmer und Gründer der IDS Scheer AG, August-Wilhelm Scheer, hat seine Gedanken zum Thema in einem Expert-Paper zusammengefasst. Bei Spiegel Online ist hierzu heute ein Artikel erschienen. Auch den Text selbst zu lesen, macht nicht dümmer.

Jazz: Hingabe in der Improvisation (Foto: Tina Schlief Dülmen/ PIXELIO.de

Jazz: Hingabe in der Improvisation (Foto: Tina Schlief Dülmen/ PIXELIO.de)

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Warum man seiner Geschäftsidee Raum zum Atmen lassen sollte

Detroit in Lego

1 Stein, 1000 Möglichkeiten: Detroit als Legomodell (Foto: Slambo 42)

Mit einem Freund hatte ich eine Diskussion über ein mögliches Magazinprojekt. Er fragte mich, ob ich denn auch an das dazugehörige Onlinekonzept gedacht hätte. Ich sagte ihm, dass mir da schon was einfallen würde, wenn ich erst einmal den Businessplan für das Magazin erstellt hätte. Und ohnehin gebe es ja kaum realistische Geschäftsmodelle fürs Internet, fügte ich etwas ideenlos hinzu. Schließlich hatte ich ja mein fertiges Produkt im Kopf. Für etwas anderes hatte ich da keine Gedanken übrig. Wahrscheinlich ist das ein Fehler, den viele angehende Gründer machen.

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Wie Zeitungsverlage das Urheberrecht verteidigen – Und es selbst nicht immer ernst nehmen

In der derzeitigen Debatte um das Urheberrecht finde ich es gerade sehr spannend, wie sich viele deutsche Zeitungsverlage als Verteidiger des geschützten Werkes darstellen. Nicht immer zu Recht.

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Reden ist Silber, Schreiben ist Gold

Ich lese derzeit für eine Rezension das Buch „Wer reden kann, macht Eindruck. Wer schreiben kann, macht Karriere.“ Zugegeben, das ist schon eine sehr steile These.

Schließlich kenne ich genügend Redaktionsleiter und Chefredakteure, deren Emails sich lesen, wie schlechte SMS (Ihrer Karriere hat es anscheinend nicht geschadet). Doch grundsätzlich finde ich den Ansatz der Autorin Ulrike Scheuermann interessant, sich wieder mehr Mühe mit dem Schreiben zu geben. Abhängig von der jeweiligen Position verbringt man bis zu 50 Prozent seiner Arbeitszeit mit dem Verfassen von Texten. Und dafür muss man kein Journalist sein. Exposés, Zwischengutachten, Abschlussberichte prägen das Arbeitsleben.

Ich habe mich heute morgen mit Frau Scheuermann unterhalten. „Jedem ist klar, dass man gut präsentieren können muss, um im Beruf erfolgreich zu sein“, sagt die Karriereexpertin. Reden sollte man im Job schön können und entsprechend trainieren. „Texten hingegen wird weniger Aufmerksamkeit entgegengebracht. Sehr viele werden zwischen zwei Anrufen und einem Meeting erledigt.“ Ein wesentlicher Fehler: Denken in Powerpoint. Gut, das ist vom Prinzip her nichts neues – dass Powerpoint die Präsentationskultur kaputt gemacht hat, ist ein beliebtes Thema für Zivilisationskritiker. Und doch ist es meiner Ansicht nach wichtig, sich darüber klar zu werden, wann mit Aufzählungen und Listen gearbeitet werden sollte, und wann ein ausgeschriebener Text sinnvoller ist.

Ein Negativbeispiel, das Ulrike Scheuermann in ihrem Buch analysiert (Präsention für den Aufbau eines Firmennetzwerkes), das aus folgendem Text besteht:

  • Netzwerkidentität aufbauen
  • Potenziale erleben
  • Gegenseitigkeitsprinzip
  • Vertrauen als Grundvoraussetzung
  • Netzwerkmanagement im Hintergrund
  • Kontrolle
  • Konfliktbearbeitung

Allein für sich bedeuten diese Begriffe noch gar nichts. Es stellen sich folgende Fragen:

  • Wie soll die neue Identität aufgebaut werden
  • Was heißt „Potenziale erleben“?
  • Wie soll die Kontrolle aussehen?
  • Was soll überhaupt mit dem Text erreicht werden?

Zu häufig gibt sich der Schreibende mit Floskeln zufrieden. Wer sich dafür interessiert, wie man’s wirklich besser machen kann, dem kann ich tatsächlich das Buch empfehlen. Es jedoch zu haben, heißt noch nicht, es auch zu nutzen. Das ist das wesentliche Problem: Für’s Schreiben muss man sich Zeit nehmen. Für’s Schreibenlernen erst recht. (ftx)

Zeit für Projektarbeit

Ergänzung zu „Ein paar Gründe, weshalb die Krise auch eine Chance sein kann“:

Eine weitere Chance der Wirtschaftskrise für Freiberufler und Selbstständige kann darin bestehen, wieder mehr Freiraum für eigene Projekte zu haben. Dadurch, dass man weniger im Tagesgeschäft eingespannt ist (was derzeit vielen so geht), bleibt mehr Zeit, die Vorzüge der Projektarbeit zu nutzen und gemeinsam etwas auf die Beine zu stellen. Das schöne an den guten Ideen ist doch, dass sie als Ressource quasi unerschöpflich sind. Also: An der Idee arbeiten, Team zusammenstellen, und los geht’s! Dafür braucht man zu Beginn nicht einmal Startkapital. (ftx)

Ein paar Gründe, weshalb die Krise auch eine Chance sein kann

Es wir Frühling und die Temperaturen steigen in Berlin auf über 20 Grad. Eine müde Trägheit liegt über der Stadt. Viele Freiberufler und Selbstständige in meiner Umgebung klagen darüber, dass sich ihre Projekte immer mehr  in die Länge ziehen.

Die Geschwindigkeit, mit der in diesen Tagen Geschäfte gemacht werden, erinnert an zähflüssigen Ahornsirup, der aus der Verpackung tropft. Liegt es an der Wirtschaftskrise? Kunden verzögern Aufträge, Entscheidungen werden vertagt, längst Beschlossenes wird wieder von vorne aufgerollt.

Wie dem auch sei, die neu gewonnene Zeit kann sinnvoll für die Entwicklung neuer Ideen verwendet werden. Ganz so weit wie Unternehmensberater Jens-Uwe Meyer würde ich allerdings nicht gehen wollen, der mir in einer Presse-Email seine „Fünf Gründe die Krise zu lieben“ vorstellte. Im Ton ist sie vielleicht etwas zu optimistisch geraten. Trotzdem finde ich Meyers Haltung ganz spannend. Schließlich bin ich auch niemand, der den Tag damit verbringt, Untergangsszenarien an die Wand zu malen.

Hier ist ein Auszug seiner Presseerklärung, die sich an einem Vortrag orientiert, den Herr Meyer auf dem German Economic Forum in Garmisch-Partenkirchen vor Unternehmern und Managern gehalten hat.

Grund 1: Endlich unzufrieden!
Erfolg ist auf Dauer langweilig! Hand aufs Herz: Hat das wirklich Spaß gemacht? Jeden Monat steigende Umsatzzahlen zu sehen? Noch mehr Verkäufe? Noch mehr Kunden? Dauerhafter Erfolg führt dazu, dass man in Zufriedenheit versinkt und der Kopf einschläft. Statt neue Ideen auszuprobieren, verharren wir im Alten. Wollen Sie wirklich wieder zurück ins Jahr 2007 und Zahlen verwalten?

Grund 2: Endlich raus aus dem kreativen Koma!
Sind Sie mit ihren Ideen in den letzten Jahren häufiger einmal gescheitert? Waren Ihre Vorschläge zu quergedacht? Passten sie nicht zur Unternehmensstrategie? Gab es tausend fadenscheinige Gründe, warum sie nicht funktionieren? Nun, es ist Zeit für einen neuen Anlauf! Die Erfahrung zeigt: Am offensten sind Manager für neue Ideen, wenn die Umsätze sinken, Kunden ihr Portemonnaie geschlossen halten und das Geschäftsmodell kurz vor dem Zusammenbruch steht. Endlich raus aus dem kreativen Koma! Nie war die Gelegenheit günstiger, sich mit neuen Vorschlägen zu profilieren!

Grund 3: Endlich eine Welt voller Probleme!
Die Wirtschaftskrise ist jetzt schon ein paar Monate alt. Genug gejammert! Nur Pessimisten sehen in Problemen noch Probleme. Optimisten sehen jetzt Chancen! Optimistisch gesehen gab es noch so viele Chancen wie jetzt. Absatzkrise? Optimisten sehen Chancen für neue Produkte und Vertriebskanäle. Arbeitsmarktkrise? Jede Menge Chancen für neues Unternehmertum. Finanzierungskrise? Da stecken Chancen für komplett neue Finanzierungsmodelle drin. Freuen Sie sich darüber, dass es endlich wieder Probleme gibt, die man anpacken und lösen kann.

Grund 4: Endlich darf man wieder scheitern!
Wenn die Wirtschaft boomt und die Köpfe auf „Erfolg“ gepolt sind, muss jede neue Idee gleich funktionieren. Natürlich ist das vollkommen unrealistisch. Thomas Edison hat 9.000 Versuche gebraucht, bis er mit seine Glühbirne brannte. Man könnte es anders sagen: Er ist 8.999 Mal gescheitert. Nur hat er es nicht so gesehen: Nach tausend erfolglosen Versuchen sagte jemand zu ihm: „Sie sind doch gescheitert. Warum geben Sie nicht auf?“ Er antwortete: „Ich bin nicht gescheitert. Wir kennen jetzt 1.000 Wege wie man keine Glühbirne baut.“ In der Krise ist vielen Unternehmen bewusst geworden, dass man mit alten Ideen schnell scheitern kann. Das hat die Toleranz gegenüber neuen Ideen drastisch erhöht.

Grund 5: Endlich Schluss mit fetten Budgets!
Mit dicken Budgets Erfolg haben kann jeder. Siehe Werbung: Man kauft sich einen Promi, klebt ihn aufs Produkt und – zack! – verkauft es sich. Jetzt fehlt das Geld und die Budgets werden auf Diät gesetzt. Das ist ein Problem. Aber nicht für Sie! Endlich können Sie es sich und den Anderen zeigen, dass Sie auch mit kleinen Budgets Großes bewirken können. Entdecken Sie neue kreative Wege! Das ist keine Theorie: Boeing hat es erfolgreich vorgemacht. Um die Kosten für den Flugzeugbau zu halbieren, hat das Unternehmen eine Ideenguerilla gegründet, die mit NULL (!) Budget arbeiten mussten.

Urheberrecht V: Nutzungsrechte

Wer mit seinem Werk als Urheber Geld verdienen will, muss immer zuerst an die Nutzungsrechte denken. In der Regel sind gerade sie es, die Verlage, Agenturen und sonstige Kunden dazu bewegen, für ein Werk Geld zu bezahlen.

Am Anfang war das Manusskript: Bücherverkauf auf dem Flohmarkt (Foto: Gerd Altmann / PIXELIO.de)

Am Anfang war das Manuskript: Bücherverkauf auf dem Flohmarkt (Foto: Gerd Altmann / PIXELIO.de)

Denn ein Buchmanuskript, einen Bauplan oder ein Foto sein Eigen zu nennen, ist in den meisten Fällen für den Käufer witzlos. Schließlich geht es doch meistens darum, das Buch zu veröffentlichen, das Haus zu bauen oder mit dem Foto eine Reportage in einem Magazin zu bebildern. Dafür braucht der Käufer allerdings das Nutzungsrecht, was nicht automatisch mit dem Eigentum übertragen wird, wie aus § 44 Abs. 1 UrhG hervorgeht.

Gerade Fotografen müssen sich immer wieder mit diesem Missverständnis auseinander setzen. Kunden, die Abzüge von Bildern erhalten, denken häufig, dass sie diese auch auf ihre Homepage stellen können. Ohne Nutzungsrecht haben sie dazu jedoch keine Erlaubnis. Ein solcher Fehler unterläuft nicht nur Privatpersonen. Auch Firmenkunden gehen oft sehr unbedarft mit Nutzungsrechten um.

Welche Nutzungsrechte übertragen werden, ist im Vertrag zu klären. Das können eine ganze Menge sein: Bei Artikeln geht es zum Beispiel um das Recht zur Veröffentlichung in der Zeitung, zur Veröffentlichung im Internet, zu Werbezwecken, zum Weiterverkauf an einen Mediendienst (z.B. Genios), zur Veröffentlichung in einem Buch, etc. Die meisten Verlage gehen wie selbstverständlich davon aus, dass all diese Rechte ganz automatisch ohne weitere Vereinbarungen auf sie übergehen, sobald der Text geliefert wurde (eine interessante Zusammenstellung der derzeitigen Praktiken kann bei Freischreiber – Verband für Freie Journalisten nachgelesen werden).

Grundsätzlich müssen die übertragenen Nutzungsrechte ausdrücklich benannt werden. Bei Anwalt.de heißt es:

Ansonsten ist der Vertrag so auszulegen, dass nur soweit Rechte eingeräumt werden, wie dies zur Erreichung des konkret vereinbarten Vertragszwecks erforderlich ist. Diese so genannte „Zweckübertragungslehre“ gilt nicht nur für die Frage, welche Rechte übertragen werden, sondern beantwortet auch, ob überhaupt Nutzungsrechte übertragen wurden, ob sie einfach oder ausschließlich gelten sollen und wie weitreichend diese Rechte sind (§ 31 Absatz 5 UrhG).

Es gibt also einen rechtlichen Spielraum, der eventuell zu Ungunsten des Urhebers ausgelegt werden könnte. Ich denke, dass es insoweit empfehlenswert ist, ganz klar in einen Vertrag hineinzuschreiben, welche Nutzungen noch erlaubt sind und bei welchen Nutzungen der Spaß aufhört. Ebenso muss klar festgestellt werden, ob das einfache oder das ausschließliche Nutzungsrecht eingeräumt wird. Über das ausschließliche Nutzungsrecht wird Exklusivität gewährleistet. Nur der Inhaber darf das Werk für sich nutzen. Verstärkt wird dieses Recht, wenn es zeitlich und räumlich unbeschränkt eingeräumt wird. In diesem Sinne kann man fast eine Hierarchie der Nutzungsrechte aufstellen:

  1. Das zeitlich und räumlich unbeschränkte ausschließliche Nutzungsrecht
  2. Das ausschließliche Nutzungsrecht
  3. Das zeitlich und räumlich unbeschränkte einfache Nutzungsrecht
  4. Das einfache Nutzungsrecht

Beispiele finden sich hierfür bei DesignerDock. Es sollte jeder Urheber zumindest in der Theorie bedenken, dass der Preis für sein Werk sich auch danach richten sollte, wie weit das veräußerte Nutzungsrecht reicht. Je mehr Rechte eingeräumt werden, desto teurer sollte das Werk verkauft werden. Schließlich verschließt sich der Urheber mit dem unbeschränkten ausschließlichen Nutzungsrecht die Möglichkeit, durch eine weitere Veräußerung Geld zu verdienen. Diese und ähnliche Hinweise zu Nutzungsrechten finden sich übrigens auch sehr schön übersichtlich beim Ratgeber Freie von Goetz Buchholz und Ver.di. (ftx)