Schwachleister, Low Performer und wer sonst noch stört

In den Zeiten der Krise machen sich immer mehr Unternehmen Gedanken darüber, wie sie in Zukunft mit schwächeren Mitarbeitern umgehen wollen. Oft wählen sie dabei den vermeintlich einfachsten Weg: Sie schmeißen die schlechtesten raus.

Es weht ein rauer Wind in den Büros und Werkstätten der Republik. Ich wurde inzwischen von einigen Freunden und Bekannten darauf aufmerksam gemacht, dass einige Unternehmen jeden Mitarbeiter auf dem Prüfstand stellen. Die Schwächsten müssen sich dann im nächsten Jahr einen neuen Arbeitgeber suchen. Gerade in Werbeagenturen scheint der stetige Wechsel Programm zu sein. „Die Agentur braucht frisches Blut“, heißt es dann. Aber auch Beratungsfirmen pflegen intern einen gewissen Darwinismus. „Low Performer“, wie es in der Management-Sprache heißt, haben bei ihnen nichts verloren. Sogar von Quoten habe ich inzwischen wieder gehört, nach denen etwa die schlechtesten zehn Prozent jedes Jahr abgebaut werden sollen. Den ehemaligen Infineon-Chef Ulrich Schumacher hatte 2003 eine solche öffentliche Forderung selbst den Job gekostet. Heute scheint sie zumindest unter Hand wieder salonfähig zu sein.

Interessant nur, dass diese Haltung, mit der Chefs nach außen hin den „harten Hund“ geben wollen, von wirklichen Management-Profis kaum noch vertreten wird. Denn oft sitzt einfach nur der richtige Mann/Frau am falschen Ort. Es ist Aufgabe des Managements, frühzeitig zu erkennen, ob es bei einem der Mitarbeiter hakt und woran es liegen könnte. Doch die dafür erforderliche Zeit mögen viele nicht investieren. Die direkte Konfrontation wird gescheut, die eigentliche Führungsarbeit verweigert. Und wenn es dann zu spät ist, ist die Kündigung nur recht und billig. Das nenn ich low performed.

Links für die Diskussion:

Manager knöpfen sich Low Performer vor, Handelsblatt, 6.2.2009

Low Performer – Manager machen es sich mit Minderleistern zu einfach, Karrierebibel Gastbeitrag, 6.12.2008

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